Homöopathie

1 Zuordnung

Die Methode zählt zu der Komplementärmedizin=Alternativmedizin und arbeitet mittels:

  • Naturheilkunde » Sie sucht den Ausgleich von Spannungen infolge von ungesunder Lebensgestaltung, indem sie mit Unterstützung von Naturprodukten, natürlichen Ingredienzen und natürlichen Behandlungsmethoden die Balance fördert.
  • Energiebalance » Sie bringt die geistigen, mentalen und körperlichen Energien in Balance. Der Energiefluss wird gefördert und somit Verspannungen, Blockaden und Verkrampfungen gelöst.

2 Prinzip der Gesundung

Das Konzept der Homöopathie ist "Ähnliches mit Ähnlichem heilen". So nutzt man in der Therapie mehr als 2000 pflanzliche, tierische und mineralische Arzneistoffe. Substanzen, welche in normalen Mengen Kopfschmerzen auslösen, wirken in hochpotenzierten (hochverdünnt) Mengen gegen Kopfschmerzen. Da es mehrere Auslöser für beispielsweise Kopfschmerzen gibt, gibt es auch mehrere Heilmittel, die individuell abgestimmt werden müssen. So gibt es nicht nur ein homöopathisches Mittel gegen ein Leiden sondern dutzende.

„Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“. Danach solle ein homöpathisches Arzneimittel so ausgewählt werden, dass es an Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen könne wie die, an denen der Kranke leidet, wobei auch der „gemüthafte und geistige Charakter“ des Patienten berücksichtigt werden solle. Hierzu wurden ausgedehnte Tabellen  erstellt, mit deren Hilfe der Homöopath den Patienten und seine Krankheitserscheinungen einem sogenannten Arzneimittelbild zuordnen kann.

Homöopathie arbeitet sowohl mit der Wirkung der natürlichen Substanz, als auch mittels der geistigen Energie (Zell-Information = das Wissen über das innewohnende Gesundsein), die selbstheilend wirkt.


3 Therapieart und Therapiewerkzeug

Was tut der Therapeut

  • Problemfindung/Problembearbeitung im Gespräch

Erwartungen an den Patienten

  • Verfolgung der inneren Bewegungen wie Atmung, Energiefluss, Kälte, Wärme

Kommunikation

  • Gespräche über Situationsklärung und Therapieumsetzung
  • Gespräch mit dem Therapeuten über den Therapieverlauf

Heilmittel, Ernährung, Lebensgestaltung

  • Einsatz natürlicher Heilmittel

Art, Häufigkeit und Dauer der Therapie

Art der Therapie
Einzeltherapie
Häufigkeit
1 Sitzung / Monat
Anzahl
Circa 3-5 Sitzungen
Dauer der Therapie
Circa 60-90 Minuten (Die erste Sitzung dauert länger)
Kosten
Circa 140 Fr.- / Stunde

Was kann die Therapie bewirken?

Diverse Krankheitsbilder können so durch die Homöopathie geheilt oder vorgebeugt werden. Durch die Einnahme wird der Körper zur Selbstheilung angeregt. Somit können Krankheiten ohne Nebenwirkungen erfolgreich behandelt werden. Das richtige homöopathische Mittel findet der Therapeut durch möglichst genaue Anamnese im Gespräch.

Im Gegensatz zur westlicher Medizin, welche vielfach für die vorhandenen Symptome Medikamente verschreibt, muss der Therapeut der Homöopathie die Ursache der Symptome in Betracht ziehen, um das richtige (natürliche) Mittel und die richtige Dosis zu verschreiben. 

Was geschieht in der Therapie?

Als erstes erfolgt ein intensives Diagnosegespräch, um  die einzunehmenden Mittel und deren Menge zu bestimmen. Danach folgt mehr oder weniger schnell Zweitgespräch, je nach Effektivität der Behandlung. Wenn das Mittel direkt richtig wirkt, erfolgt circa einmal pro Monat eine Therapiesitzung. Falls das Mittel seine Wirkung nicht schnell zeigt, wird das Mittel innerhalb kurzer Zeit angepasst. Im weiteren Verlauf werden die Therapien seltener. Der Effekt ist relativ rasch spürbar.

Zur Herstellung der homöopathischen Arzneimittel werden die Grundsubstanzen einer sogenannten Potenzierung unterzogen, das heißt, sie werden wiederholt (meist im Verhältnis 1:10 oder 1:100) verdünnt. Die Verdünnung wurde zunächst wegen der Giftigkeit vieler der verwendeten Stoffe durchgeführt. Hahnemann nahm an, dass durch das besondere Verfahren der Potenzierung oder „Dynamisierung“ eine „im inneren Wesen der Arzneien verborgene, geistartige Kraft wirksam werde. „Die Materie roher Arznei-Substanzen löst sich zuletzt gänzlich in ihr individuelles geistartiges Wesen auf und wirkt dadurch als geistige Information".


4 Einsatzgebiete, Typische Krankheitsbilder

Einsatzgebiete

  • Einsatz für die Gesundheitspflege und Prophylaxe
  • Für die Behandlung und die Therapie von Krankheiten
  • Für die Erkennung und Behandlung von Beschwerden/Störungen

Abdeckung der Problembereiche

  • Gynäkologische Erkrankungen und Geburtshilfe
  • Neurologische Krankheiten
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Vegetative Störungen, psychische Störungen & stressbedingte Erkrankungen
  • Suchtkrankheiten
  • Hals-, Nasen-, Ohren- und Augenkrankheiten
  • Akute oder chronische Schmerzen
  • Allergien
  • Erkrankungen des Bewegungssystems und Rheumatologie
  • Postoperative Situationen
  • Entzündungen
  • Erkrankungen des Verdauungssystems
  • Probleme von Neugeborenen, Kinder oder Jugendlichen
  • Hautprobleme

Typische Indikationen


Im allgemeinen gilt, dass die Therapie für Erkrankungen aufgrund eines schlechten Immunsystems oder Erkrankungen, die ein solches zur Folge haben sowie bei Allergien eine sehr hohe Erfolgsquote hat. Weitere Indikationen sind:

  • Stillprobleme
  • Brustentzündung
  • Frauenleiden
  • Wechseljahrbeschwerden
  • Schwangerschaftsprobleme
  • Rheuma
  • Gicht
  • Arthrose                  
  • Neuralgie
  • Migräne
  • Periphere Neuropathie
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson
  • Herpes Zoster
  • Asthma
  • Bronchitis
  • Gehäuft auftretende Erkältungskrankheiten
  • Burnout
  • Stress
  • Psychische Probleme
  • Schlafprobleme
  • Ängste

  • Magersucht
  • Bulimie
  • Linderung der Entzugssymptome bei:  
    • Nikotinsucht
    • Alkoholsucht
    • Drogensucht
  • Wiederkehrende Infekte wie:
    • Ohrenentzündungen
    • Angina
    • Mandelentzündungen

  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Rheuma
  • Gicht
  • Nervenschmerzen


  • Heuschnupfen
  • Nahrungsmittelallergien
  • Allergisches Asthma
  • Sonnenallergie

  • Förderung der Wundheilung 
  • Vorbeugen von Entzündungen 
  • Abschwellende, schmerzlindernde, lymphflussanregende Wirkung

  • Magenentzündung
  • Morbus Crohn
  • Arthritis
  • sonstige wiederkehrende Entzündungen

  • Magenübersäuerung
  • Verstopfungen
  • Reizdarm

  • Entwicklungsstörungen
  • Schulschwierigkeiten/ Lernprobleme
  • ADS/ ADHS
  • Kinderkrankheiten
  • Schulschwierigkeiten/Lernstörungen
  • Motivationsprobleme
  • Wachstumsschmerzen
  • 3 Monats Kolik
  • Entwicklungsstörungen
  • Zahnungsbeschwerden 
  • Neurodermitis
  • Ekzeme
  • Akne
  • Schlecht heilende Wunden
  • Hautausschläge

5 Hintergrund – Entstehungsgeschichte der Methode und Beziehungen

Die Geschichte der Methode

Die Homöopathie wurde durch einen Sachsen, Samuel Hahnemann (1755–1843) begründet und geprägt. Es erfolgt eine erste Ausbreitungswelle, unter anderem nach Nordamerika. Ab 1850 bis zirka 1900 kommt es zu einer Blütephase in Nordamerika, wohingegen die Homöopathie in Deutschland hauptsächlich von Nichtärzten fortgeführt wird. 1900 - 1950 musste die Homöopathie weltweit um das Überleben kämpfen. In Deutschland dominiert die naturwissenschaftlich-kritische Richtung, was auch politisch stark gefordert wurde. Ab 1950 wurde die Homöopathie durch Schweizer Homöopathen wieder in Europa verbreitet. Seit den 1970er-Jahren blühte die Homöopathie in allen Weltteilen auf.

Akzeptanz durch die westliche Medizin

  • Angesehen als Heilmethode und gegenseitige Zusammenarbeit

Selbsteinschätzung seitens der Methodenanbieter

  • Unterstützt die westliche Medizin, ersetzt diese aber nicht
  • Ersetzt westliche Medizin in den Teilbereichen

Anerkennung durch die empirischen Wissenschaft

  • Diverse Fallbeispiele mit überwiegend positiven Resultaten zu der Effektivität der Methode

Erfolgsnachweise der Methodenanbieter

  • Diverse Fallbeispiele mit überwiegend positiven Resultaten zu der Effektivität der Methode
  • Diverse Studien mit positiven Resultaten über die Effektivität der die Methode selbst

Verankerung der Methode in der Schweiz

  • Durch Verbände gefördert
  • Im Gesundheitssystem verankert und staatlich gefördert

Verankerung der Methode im Herkunftsland

  • Durch Verbände gefördert
  • Im Gesundheitssystem verankert und staatlich gefördert

6 Besonderes

Kontraindikationen

Grundsätzlich gibt es keine Kontraindikation. Allerdings werden die Arzneimittel in der Regel mit Alkohol verdünnt. Leberkranke, Alkoholkranke, Epileptiker, Hirngeschädigte, Schwangere oder Stillende müssen dies dem Therapeuthen mitteilen, damit dieser ein angemessenes Mittel zur Verdünnung verwenden kann. 

Grenzen

  • Wenn der Körper keine Reaktionsmöglichkeit mehr hat.
  • Bei Mangelzustände durch fehlende Substanzen (z.B. schlechte Ernährung / fehlerhafte Verwertung)
  • Irreversible Schäden (z.B. Krebs mit Metastasen, Lungenemphysem, Nierenversagen, usw.). Hier können die Schmerzen und Beschwerden erheblich gelindert werden und zur Steigerung der Lebensqualität auch im Endstadium beitragen. Wirkliche Heilung ist nicht mehr möglich.
  • Wenn das homöopathische Mittel nicht gefunden werden kann, weil der Patient zu wenig individuelle, homöopathisch verwertbare Symptome aufweist.
  • Kein Ersatz für notwendige chirurgische Eingriffe

Sonstiges: Worauf sollte bei dieser Methode hingewiesen werden?

Diese behauptete selektive Steigerung erwünschter Wirkungen durch die Prozeduren des Potenzierungsverfahrens, die von einigen Autoren auch als „rituell“ bezeichnet werden, widerspricht naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und dem Grundprinzip der evidenzbasierten Medizin. Die Homöopathie wird daher zu den Pseudowissenschaften gezählt. Studien nach wissenschaftlichen Standards konnten keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel nachweisen. Erfolge einer Behandlung werden somit ihrem Umfeld, nicht dem Mittel selbst zugeschrieben, etwa dem Glauben des Patienten an die Wirksamkeit der Behandlung oder der Qualität der Beziehung zwischen Therapeuten und Patienten.


7 Anerkennung der Therapie und der Therapeuten

Die Therapie ist im EMR gelistet

Aus- und Weiterbildung der Therapeuten

Berufsbezeichnung
Naturheilpraktikerin Homöopathie
Nachweise der Anbieter
Höheren Fachschulabschluss für Naturheilpraktikerin und Naturheilpraktiker mit Fachrichtung Homöopathie.
Ausbildungsdauer
4 Jahre
Wie wird die Qualifizierung der Therapeuten sichergestellt?
Schweizer Homöopathie Prüfung SHP Die Berufsverbände haben eine unabhängige Prüfung geschaffen, die einmal jährlich durchgeführt wird. Damit können Absolvent/innen der verschiedenen Schulen zeigen, dass sie über das nötige Niveau verfügen, um ihren Beruf in der Praxis auszuüben.

Die Therapeuten wenden folgendes Wissen an:

  • Basierend auf technischem und/oder empirisch geprüften Wissen
  • Basierende auf Erfahrungswissen aus der Anwendungsgeschichte
  • Basierend auf Erfahrungswissen und therapeutischer Intuition

8 Kostenübernahme der Krankenkasse

Die Kosten werden über die Grundversicherung oder der Suva übernommen

<p align="justify"> Aufgrund der effektiven Wirksamkeit der Methode werden sowohl von der Grundversicherung und der SUVA Kostenbeiträge bei ärztlicher Behandlung gestellt. Es ist sehr wichtig, vor der Behandlung die Modalitäten der Kostenübernahmen bei der jeweiligen Krankenkasse abzuklären. Nehmen Sie persönlich Kontakt mit Ihrer Krankenkasse auf. Diese können Ihnen Auskunft darüber erteilen, ob und in wie weit die Kosten der Behandlung bei dem gewählten Therapeuten übernommen werden.</p>


9 Administratives und Organisatorisches zur Methode

Welche(r) Verband/Verbände, Verein/Vereine oder sonstige Institution ist das zentrale Organ der Schweiz?

Homöopathieverband Schweiz HVS

Verbandsaufgaben

  • Interessenvertretung der praktizierenden Homöopathen/innen gegenüber Behörden
  • Politik und Öffentlichkeit auf kantonaler, nationaler und internationaler Ebene
  • Verbesserung der rechtlichen Stellung der Homöopathen/innen
  • Qualitätsentwicklung und –sicherung durch:
    • Mitentwicklung nationaler und internationaler Qualitätsstandards
    • Eidgenössische Berufsreglementierung
    • Erlass verbindlicher ethischer Richtlinien für Mitglieder
    • Aus- und Weiterbildungsrichtlinien gemäss nationalen und internationalen Standards
    • Unterstützung der Vernetzung der Homöopathen/innen
    • Förderung von wissenschaftlichem Denken und Forschen in der Homöopathie
    • Förderung des interdisziplinären Dialoges im Gesundheitswesen
    • Öffentlichkeitsarbeit

Die Methode ist registriert bei…

  • Stiftung ASCA
  • Naturärztevereinigung Schweiz
  • Verlag gesund
  • EMR