Biofeedback

1 Zuordnung

Die Methode zählt zu der Komplementärmedizin=Alternativmedizin und arbeitet mittels:

  • Psychohygiene » Sie bietet die Gelegenheit sich bei der Bewältigung der laufenden Lebensfragen die Balance über die bewussten und unbewussten Voraussetzungen und Bedingungen zu finden. Ziel= sich Selbst-bewusst-Sein bezüglich: woher komme ich, wer bin ich und warum lebe ich so, wie ich lebe.

2 Prinzip der Gesundung

Körpereigene innerliche Regulationsvorgänge sind einem häufig nicht bewusst, so dass bei Imbalancen (Ungleichgewichten) auch nicht bewusst auf den Regelkreis eingewirkt werden kann. Biofeedback dient dazu, mittels physiologischer Messungen sich die Reaktionen des Körper wie zum Beispiel Reaktionen des Pulses bewusst zu machen.  Der Patient kann aufgrund seiner eigenen Reaktionen sich selbst besser kennenzulernen und so eine Verbesserung der Regulation durch operante Kontrolle erzielen. 

Letztlich geht es darum, die Einflussnahme auf das vegetative Nervensystem zuverlässig im Alltag anzuwenden, um schwierige Situationen besser zu meistern ohne Beschwerden zu entwickeln.


3 Therapieart und Therapiewerkzeug

Was tut der Therapeut

  • Anleitung zu mentalen und meditativen Übungen
  • Diagnose erstellen

Erwartungen an den Patienten

  • Mentale Konzentration
  • Verfolgung der inneren Bewegungen wie Atmung, Energiefluss, Kälte, Wärme
  • Wille zur eigenen Bewusstwerdung

Kommunikation

  • Gespräche über Situationsklärung und Therapieumsetzung
  • Gespräch mit dem Therapeuten über den Therapieverlauf

Heilmittel, Ernährung, Lebensgestaltung

  • Spezieller Mitteleinsatz

Art, Häufigkeit und Dauer der Therapie

Art der Therapie
Einezeltherapie
Häufigkeit
Individuell
Anzahl
Individuell
Dauer der Therapie
Circa 60 Minuten
Kosten
Circa 120-150 Fr.- / Stunde

Was kann die Therapie bewirken?

Durch Biofeedback kann eine Bewusstseinsschärfung für eigene innere Zustände zustande kommen. Durch die Rückmeldung des eigenen Körper kann der Klient sich selbst besser kennenlernt und lernt, Entspanntheit von Angespanntheit zu unterscheiden. Oft zeigen die Messwerte, dass Muskeln angespannt sind, der Atem flach geht, die Handflächen schwitzen oder das Herz schnell schlägt, obwohl das dem/der Betroffenen nicht bewusst ist. Die Auseinandersetzung mit den messbaren Reaktionen des eigenen Körpers führt zu Bewusstwerdung und Kontrolle verschiedener innerer Konflikte.

Was geschieht in der Therapie?

An dem Klienten wird ein Messsensor am Finger angebracht. Dieser misst indirekt den Grad der Anspannung des autonomen Nervensystems. Am einem Computer wird dieser Messwert angezeigt, so dass der Proband selbst seine aktuell ablaufenden physiologischen Regelmechanismen beobachten kann. Gleichzeitig kann auch die Atemkurve oder der Grad der Muskelanspannung an Stirn und Nacken erfasst werden sowie auch ein Pulsamplituden-Messgerät an der Schläfenarterie genutzt werden. So kann man psychophysiologische Zusammenhänge verdeutlichen. Beispielsweise kann verfolgt werden, welche Auswirkungen Erinnerungen an schöne oder schwierige Situationen auf Atmung, Hautleitwert und Herz-Kreislauf-System haben.

In einem zweiten Schritt dienen Übungen dazu, die Parameter in Richtung auf ein Therapieziel zu verändern, z. B. den Hautleitwert zu senken, die Muskelanspannung zu drosseln, das Atemmuster gleichmäßig und ruhig werden zu lassen. Der Weg zur Erreichung des Ziels ist dabei nicht vorgegeben. Biofeedback kann mit Entspannungsverfahren wie dem autogenen Training, Yoga, achtsamkeitsbasierten Methoden oder progressiver Muskelentspannung kombiniert werden. Durch sofortige Rückmeldung über den Erfolg der eingesetzten Technik erhöht die Motivation, einmal Begonnenes fortzuführen und zu perfektionieren.


4 Einsatzgebiete, Typische Krankheitsbilder

Einsatzgebiete

  • Einsatz für die Gesundheitspflege und Prophylaxe
  • Für die Erkennung und Behandlung von Beschwerden/Störungen

Abdeckung der Problembereiche

  • Vegetative Störungen, psychische Störungen & stressbedingte Erkrankungen
  • Sonstige Indikationen
  • Mentaler und kognitiver Bereich
  • Gynäkologische Erkrankungen und Geburtshilfe
  • Akute oder chronische Schmerzen
  • Probleme von Neugeborenen, Kinder oder Jugendlichen
  • Durchblutungsstörungen & Herz-Kreislauf-System

Typische Indikationen

Sie kann eine Behandlungsalternative für jene Patienten sein, bei denen Arzneimittel kontraindiziert sind oder unzureichende Wirkung zeigen. Zudem eignet sich die Methode als Alternative zu Arzneimitteln unter bestimmten Konditionen während der Schwangerschaft. Spezifisch zu behandelnde Krankheitsbilder sind:

  • Alternative zu Medikamenteneinnahme in währen der Schwangerschaft
  • Vaginismus
  • Angst- und Panikstörungen
  • Depressionen
  • funktionelle Störungen
  • psychosomatische Beschwerden
  • Schmerzsyndrome
  • Migräne
  • Spannungskopfschmerz
  • chronischer Rückenschmerzen
  • neuromuskuläre Rehabilitation
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie
    • hohen Blutdruck (ergänzend zu medikamentöser Therapie)
    • Raynaud Syndrom
  • ADHS
  • Tinnitus
  • Epilepsie
  • Harn- und Stuhl-Inkontinenz
  • Stressmanagement
  • Peak-Performance-Training
  • Finanzentscheidungen

5 Hintergrund – Entstehungsgeschichte der Methode und Beziehungen

Die Geschichte der Methode

Der Anfang dieser Wissenschaft geht mindestens auf das Jahr 1969 zurück. Damals wurde diese Technik erstmals von Wissenschaftlern bei einem Treffen in Santa Monica, Kalifornien, USA, so bezeichnet. Der Grundgedanke dahinter war, dass biologische Reaktionen durch ein eine Rückmeldung am Körper gemessen und anschliessend verändert werden können. Das willentliche Steuern „innerer“ Körperprozesse, das lange Zeit als Geheimnis östlicher Philosophien angesehen wurde, wurde so im Laufe der Zeit in klinischen Versuchen und später auch in der klinischen Praxis einsetzbar gemacht.

Akzeptanz durch die westliche Medizin

  • Angesehen als Wellness und allgemein gesundheitsfördernd

Selbsteinschätzung seitens der Methodenanbieter

  • Ersetzt westliche Medizin in den Teilbereichen

Anerkennung durch die empirischen Wissenschaft

  • Diverse Studien mit positiven Resultaten über die Effektivität der die Methode selbst

Erfolgsnachweise der Methodenanbieter

  • Diverse Fallbeispiele mit überwiegend positiven Resultaten zu der Effektivität der Methode
  • Diverse Studien mit positiven Resultaten über die Effektivität der die Methode selbst

Verankerung der Methode in der Schweiz

  • Im Gesundheitssystem verankert

Verankerung der Methode im Herkunftsland

  • Im Gesundheitssystem verankert

6 Besonderes

Kontraindikationen

Es sind keine Kontraindikationen bekannt


7 Anerkennung der Therapie und der Therapeuten

Die Therapie ist im EMR gelistet

Aus- und Weiterbildung der Therapeuten

Berufsbezeichnung
Nachweise der Anbieter
Diplom
Ausbildungsdauer
Wie wird die Qualifizierung der Therapeuten sichergestellt?

Die Therapeuten wenden folgendes Wissen an:

  • Basierend auf technischem und/oder empirisch geprüften Wissen

8 Kostenübernahme der Krankenkasse

Die Kosten werden meistens über die Zusatzversicherung übernommen

<p align="justify"> Die meisten Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten der Methode über die Zusatzversicherung. Es ist sehr wichtig, vor der Behandlung die Modalitäten der Kostenübernahmen abzuklären. Nehmen Sie persönlichen Kontakt auf mit Ihrer Krankenkasse. Diese können Ihnen Auskunft darüber erteilen, ob und in wie viel der Kosten der Behandlung bei dem gewählten Therapeuten übernommen werden.</p>


9 Administratives und Organisatorisches zur Methode

Welche(r) Verband/Verbände, Verein/Vereine oder sonstige Institution ist das zentrale Organ der Schweiz?

Neurofeedback Verband Schweiz

Verbandsaufgaben

  • Der NFS setzt sich ein für die qualifizierte Anwendung, Förderung und Verbreitung der NF-Methode. Sie fördert den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen NF-Anwenderinnen und weiteren an NF interessierten Kreisen.
  • Der NFS erlässt eine für die Mitglieder verbindliche Berufsordnung zum Schutz der öffentlichkeit vor missbräuchlicher Anwendung der Methode Neurofeedback.

Die Methode ist registriert bei…

  • Stiftung ASCA
  • Naturärztevereinigung Schweiz
  • EMR